Regenschirm, Gewitter und Glaube

Veröffentlicht von Adam Sander am

Regenschirm, Gewitter und Glaube

Eines Tages in meinem Urlaub auf Sri Lanka war ich etwas weiter entfernt von meinem Hotel unterwegs, in der Hoffnung ein paar schöne Motive vor die Linse zu bekommen. Es war bewölkt, aber kein Regen, somit nicht wirklich viel anders als die Tage zuvor. Irgendwann, so nach 2 Stunden laufen, in einer Gegend in der ich noch nie war, fing es, von jetzt auf gleich, ohne jede Vorwarnung, an zu schütten wie aus Kübeln. Damit man sich das besser vorstellen kann, der schlimmste Regen den man zuhause erlebt hat mal drei! Die Tropfen hatten die Größe von Tischtennisbällen. Zum Glück war meine Kamera noch in der Tasche, so hatte ich zumindest ein paar Minuten Zeit, um einen Unterstand zu finden. Etwas weiter weg erspähte ich eine Haltestelle die überdacht war, dort echt eine Seltenheit, also im Laufschritt dahin. Selbstverständlich war ich da bereits bis auf die Knochen nass, hatte nichts Trockenes zum Umziehen dabei und somit konnte ich erstmal den Regenschutz auf die Kameratasche machen. Der Regen war einfach zu stark um zwei Stunden zurückzulaufen, somit blieb mir nichts Anderes übrig, als abzuwarten bis es sich zumindest etwas beruhigt hat. Es sollte sich im Nachhinein herausstellen, dass es eine extrem gute Entscheidung war. Fotos machen konnte ich anfangs nicht, da der Wind den Regen auch überall verteilte. So stand ich da und beobachtete die Leute. Es hat die Menschen dort kein Stück interessiert das es regnete, der Verkehr war etwas hektischer und die Leute liefen mit Regenschirmen rum, aber sonst alles wie immer. Nach gut 40 Minuten fing es dann an zu donnern, gefolgt von Blitzeinschlägen, geschätzt 500 Meter entfernt, ganze Salven, auf der Land-, sowie Meerseite, Minutenlang, bin ja eigentlich nicht ängstlich, aber das hat selbst mir Angst gemacht. So suchte ich mir dort schnell die trockenste und Wind geschützteste Stelle die es gab. Plötzlich schlägt der Blitz etwa 30-50 Meter von dieser Haltestelle ein, mal links, mal rechts, mal hinten, die war aus wirklich massivem, schweren Beton, man glaubt es kaum wie die Erde durch die Blitzeinschläge gebebt hat, jetzt mal von dem extremen Krach abgesehen, unfassbar. Ich habe es wirklich mit der Angst zu tun bekommen wie noch nie zuvor und habe beschlossen, mich da erstmal nicht weg zu bewegen. Die Blitze schlugen irgendwann wieder etwas weiter weg von dort ein und der Regen wurde etwas schwächer. Nichts desto trotz, ab und zu schlugen immer noch Blitze ein und trotzdem liefen die Leute mit ihren Regenschirmen durch die Gegend, als wenn es nur Regen wäre. Irgendwann kam ein junges Pärchen in die Haltestelle. Aus reiner Neugier fragte ich, ob sie denn keine Angst hätten, vom Blitz getroffen zu werden. Die Antwort war: „Wir haben niemanden bestohlen, betrogen oder umgebracht und machen auch sonst nichts Schlechtes, also warum sollte uns bitte der Blitz treffen?“
Auf diese Frage konnte ich vor Staunen nichts erwidern, zudem, wenn der Glaube ihnen die Angst nimmt. Ich habe mir dann jede Aufklärung über die Gefahren geschenkt. Denke, die werden auch so wissen, dass es gefährlich ist, oder kennen zumindest Familien, die dadurch Verluste zu beklagen hatten. Nach gut drei Stunden war dann endlich Ruhe, es hat dann nur noch so stark geregnet wie man es bei uns gewöhnt ist und ich konnte meinen sehr nassen Rückweg antreten. Ich musste feststellen, das nasse Sandalen und ein langer Weg Blasen an den Füßen generieren! Am Hotel angekommen musst ich noch einen halben See durchqueren, da alles voll mit Wasser war. Im Nachhinein durfte ich erfahren, dass es dort in dieser Jahreszeit das schlimmste Unwetter seit Menschengedenken war. Es ist ein sehr großer Schaden in manchen Regionen entstanden, Erdrutsche, weggespülte Brücken und leider auch ein paar Todesopfer. Es war auf jeden Fall eine der Erfahrungen, die ich nie vergessen werde und da ich sie überlebt habe, bin ich froh diese gemacht haben zu dürfen, wenn ich diese auch kein zweites Mal machen möchte!

Das Foto, neben ein paar anderen, habe ich geschossen als schon alles vorbei und ich kurz vor dem Losgehen war.

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Adam Sander

Als Informatiker/Programmierer verbringe ich viel Zeit am Computer. Um so wichtiger ist mir da die Zeit mit der Kamera. Das kreative Arbeiten mit den Ergebnissen ist eine meiner weiteren Vorlieben. Das Entdecken neuer Foto-Locations und neuer Länder reizt mich ebenfalls. Sehr gerne experimentiere ich beim Fotografieren und teste das Machbare aus.

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